Chia und kurzer Ausflug an die Westküste

Nach wenig erholsamen Nacht auf dem Stellplatz in Cagliari sind wir ganz früh zum Campingplatz in Chia weitergefahren.

Chia ist ein kleines Dorf an der Südküste mit wunderschönen Stränden, ca 50 km westlich von der Sardinischen Hauptstadt.

Mit 37,50 € pro Nacht für uns beide war das bisjetzt der günstigste Campingplatz unserer Sardinien Reise. Aber eigentlich ganz hübsch… und wir bekamen sogar einen Platz unter einer Plane (so ein ganz feines Netz), die extra Schatten spendete.

Der hauseigene Strand war so lala, genauso wie das Wetter, und so radelten wir mal wieder ca 8 km weiter nach Teurredda.

Es hat sich sowas von rentiert!

Karibik feeling pur!

Zurück auf dem Campingplatz tröpfelte es mittlerweile und wir beschlossen im Sommerregen wieder zum Strand vor der Tür zu laufen, um zu gucken wie der aussieht, wenn kein Mensch da ist. Wir haben ca 200 m geschafft, als plötzlich die Welt unterging. Eine Stunde lang kam soviel Wasser runter, dass der Campingplatz komplett unter Wasser stand.

Doch kurze Zeit danach war die Welt wieder in Ordnung und die Sonne war wieder da.

Die türkisblauen Strände sind zwar echt super, doch irgendwie trieb es mich in den wilden Westen.

Nach 150 km fast Autobahn waren wir in Oristano, genau in der Mitte der Westküste.

Laut Reiseführer gibt’s hier die größten Wellen des Mittelmeers! Naja nicht im August 😉

Aber als wir hier am Strand waren, kam sofort wieder die Sehnsucht nach dem blauen „Schwimmbad Osten“

Auch wenn der sardinische David Hasselhoff eher entspannt war.

Später unternahmen wir noch eine sehr anstrengende Radtour/Schiebe-Rad-durch-Sand-Wanderung zur einer Düne, die wir bei Google Maps entdeckt hatten, die sich aber nach 18 km Hinweg als ein ausgetrockneter See entpuppte.

Nach nur einer Nacht im Westen beschlossen wir beim Frühstück spontan weiter zu fahren.

Und so sind wir jetzt, am vorletzten Urlaubstag im Nordwesten an der Spiaggia di san Pietro. Nach unseren Berechnungen ist der mindestens 10 km lang!

Aber nun feiern wir erstmal Wiebkes Geburtstag!

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Cagliari

Damit ihr nicht googeln müsst, hier paar Fakten zur Cagliari:

Cagliari liegt an der Südküste Sardiniens, hat ca 150 000 Einwohner, ist somit die größte Stadt und zugleich der Hauptsitz dieser wunderschönen Insel.

Mit den Großstädten mitten im Urlaub und vor allem mit dem Camper ist immer so ne Sache….Einerseits will man die auf jeden Fall nicht verpassen, weil es dort vieles zum Anschauen gibt, anderseits ist da auch viel Industrie, Dreck und Staus etc…was einen so ein bisschen zurück in die Realität versetzt nach all den schönen Stränden, wo man so richtig entspannt ist.

Dann gibt es da meistens auch keine Campingplätze und man muss sich etwas Sorgen machen, wo man den Bus stehen lässt.

In Cagliari haben wir nur einen Wohnmobil Stellplatz gefunden, der war zwar in der Nähe von der Innenstadt aber es ist eben einfach nur ein geteerter Parkplatz ohne Schatten und mit ziemlich unschönen Sanitäranlagen…. Dixi eben.

Naja für eine Nacht sollten das schon ok sein… war es aber nicht wirklich, weil es Mega laut war und der Thermometer im Bus nach einem Tag in der Sonne nachts immer noch über 38 grad angezeigt hat…war für uns also eine ziemlich kurze Nacht im Schweißbad.

Cagliari selbst hat uns positiv überrascht!

Eine sehr bunte und grüne Stadt mit vielen vielen Bars, Cafés und Restaurants und auch einer sehr schöner Altstadt!

Übrigens gibt es in Cagliari unglaublich viele Flamingos!

Dies ist ein Foto von Pinterest, da wir selber aufm Weg leider keine eigene Fotos gemacht haben.

Blau blau blau

Wir haben zwei schöne Tage aufm dem Campingplatz Del Riso in Villasimius verbracht. Am ersten Strand waren wir etwas skeptisch, da dort ziemlich viel Seegras angeschwommen war. Aber in der Gegend gibt’s so viele Strände wie Sand am Meer… oder andersrum…

Und so sind wir von einem Strand zum anderen geradelt und die wurden immer besser und besser.

Am zweiten Tag wagten wir sogar ein Stück der 3. Etappe der Giro d’Italia und radelten hoch hinauf zum Capo Boi. Die Aussicht und die spätere Abfahrt waren der Wahnsinn!

Den Abend verbrachten wir dann am Spaggia Timi Ama. Ein wunderschöner breiter Sandstrand!

Heute per Boot

Da es gestern zu Fuß doch etwas zu anstrengend war….haben wir uns heute eine „Mini Kreuzfahrt“ gebucht. Eigentlich wollten wir ein eigenes Boot mieten. Auf der Anbieter Webseite hieß es ein Schlauchboot mit ordentlichem 40 PS Motor für nur 80 Euro für den ganzen Tag, doch es hat sich herausgestellt, dass dieses Angebot nicht für August gilt…. In der Touri Hauptsaison sind 280 € plus Sprit fällig.

Deswegen mussten wir eine Tour mit Guide mieten. Da ist man zu 12 . in einem Boot und wird vom Fahrer vom Strand zu Strand durch den ganzen Golf von Orosei gefahren und es gibt 3 große (1-2 Stunden) Badepausen an den Stränden und dann noch paar kleine Stopps an den Felsen (wo man zum Teil auch direkt vom Boot ins Wasser springen darf.

Das ganze ist ein Spaß für den ganzen Tag. Man fährt um 9:30 Uhr los und kommt kurz nach 17 Uhr wieder in den Hafen von Cala Gonone. Und ich spoiler jetzt schon: wahrscheinlich war das einer der besten unserer Urlaubstage!

Unsere Reisegruppe bestand aus Deutschen, Österreichern, Dänen, Franzosen und nur zwei älteren Italienern, was unseren Guide, ich habe ihn Francesco getauft (was sich im Laufe des Tages auch bei anderen fälschlicherweise eingeprägt hat, scusi France!) dazu brachte mit uns mehr Englisch zu sprechen.

Nachdem wir erstmal in ein paar Grotten reingefahren sind, ging es gegen 10 Uhr für eine Stunde zum ersten Strand Cala Luna, dies ist der einzige noch mit dem Auto zugängliche Strand, der um diese Uhrzeit zum Glück trotzdem noch nicht voll war.

Die nächsten Strände der Gegend sind nur noch vom Wasser oder durch mehrstündige Wanderwege zugänglich. Pünktlich um 11 Uhr hat Francesco uns wieder abgeholt und es ging erstmal weiter, vorbei an 2-3 schönen mittlerweile vollen Stränden vorbei zum nächsten und wohl den besten im ganzen Golf! Sooooo kristallklares Wasser hatten wir noch nirgendswo gesehen. Leider hab ich keine Ahnung mehr wie der Strand hieß.

Man konnte hier einfach unter der Sonne im feinsten Sand liegen, Schnorcheln (es waren überall Fische!) und auf den Felsen rumklettern.

Next Stop: gleich hinter dem nächsten Fels hat Francesco den Anker ausgeworfen und wir konnten direkt aus dem Boot ins Wasser hüpfen. Leider musste ich hier eine unschöne Bekanntschaft mit einer Qualle machen. Trotzdem war es eine brennende Liebe auf den ersten Blick. Das Ding wollte mich gleich auf den Mund küssen, hat aber nur meinen Kehlkopf erwischt. Und so hatte ich die nächsten 3 Stunden stechenden Schmerz und ne unschöne Schwellung am Hals. Halb so wild.

Am letzten Strand wurden wir gegen halb 4 ausgesetzt und sollten gegen halb 5 wieder startklar sein. Das Wasser war wieder megaschön! Immer wieder kamen Boote an und haben Leute mitgenommen. Um halb 5 waren nur noch ca 20 Gestrandete da…. nur der Francesco kam nicht….Nachdem wir mit dem Handy paar Folgen von „Dschungelcamp“ und „Lost“ gedreht hatten war es schon fast 5. Jedes Boot, welches um die Ecke kam, wurde mit „ist das Francesco???“ begrüßt…

Doch irgendwann kam dann unsere Rettung doch und hat uns mitgenommen. Vermutlich hatte er sein Mittagsschläfchen nicht so lang geplant gehabt…Jedenfalls waren wir spät dran und so ging’s dann mit Vollgas über die Wellen zurück….wäre es kein Gummiboot gewesen, könnten wir wahrscheinlich heute alle nicht mehr sitzen. Aber es war wirklich ein super Tag. Und ich kann die Bootstour nur jedem weiterempfehlen!

Danke Francesco!

Berg Triathlon

Heute bin ich um 6:20 aufgestanden und mit dem Fahrrad einen nahegelegenen kleinen Berg bestiegen, um dort den Sonnenaufgang am Meer zu bestaunen.

Dabei stieß ich auf ein Schild, welches eine kleine Wanderung zum nördlich von Cala Gonone gelegenen Strand Cala Cartoe versprach. Google spuckte ein sehr schönes Photoshop Strandfoto raus und so hatte ich keine große Mühe Wiebke für diesen Wanderweg zu begeistern.

Nach dem guten Frühstück machten wir uns mit Fahrrad, festen Schuhen und 2 L Wasser auf den Weg. Es waren erstmal 4,6 km mit dem Rad Berg hoch zu bewältigen. Oben am Wanderweg Schild angekommen, konnten wir schon eine schöne Aussicht auf den schönen Strand genießen und machten uns zu Fuß auf den Weg nach unten….

Schon nach den ersten Hundert Metern entpuppte sich der Wanderweg eher als ein Klettersteig, was Wiebkes Laune etwas in den Keller trieb…. aber sie ist ja ein taffes Mädchen und trotz Höhenangst und vielleicht auch 30 Grad im Schatten ging es immer weiter vorwärts („Hauptsache wir erreichen endlich diesen blöden Strand, ich will endlich ins Wasser!“).

Wir Waren schon gute zwei Stunden unterwegs, als kurz vor dem Ziel ein noch zum Glück kleines Feuer entdeckt hatten. Damit der ganze Berg nicht in Flammen aufging, durften wir noch bisschen Feuerwehr spielen und kippten ein Liter unseres kostbaren Trinkwassers und dann noch etwas Sand drüber.

Gegen 15 Uhr waren wir endlich an diesem wunderschönen Strand im Wasser. Doch leider geht die Sonne auf der anderen Seite vom Berg runter und so mussten wir uns bereits nach 2 Stunden wieder auf die Socken machen.

Zurück ging’s aber relativ flott und so waren wir nach nicht mal 1,5 Stunden wieder bei den Fahrrädern.

Etwas Kunst und Kultur

Am Dienstag wollten wir den Bus so richtig schwitzen lassen und wagten einen Abstecher ins Inselinnere nach Orgosolo. Orgosolo ist ein 4000 Einwohner Bergdorf, das in jedem Sardinien Reiseführer sehr empfohlen wird, weil es dort schöne Wandmalereien gibt. In den 60ern hat sich da ein politisch linker Kunstlehrer niedergelassen und dort mit seinen Schülern angefangen politische „Graffitis“ an Hauswände zu malen. Bis heute kommen immer neue aktuelle Bilder dazu und allein in der Innenstadt gibt’s es davon ca 200.

Der Bus hat und sicher dorthin gebracht und ich hatte viel Spaß die Serpentinen hoch und runter zu fahren. Hier ein Paar Fotos:

Eine stürmische Überfahrt und das erste Mal Baden!

In Livorno angekommen gab es wieder das verzweifelte suchen nach dem Einschiffungspunkt. Wir sind mutig ohne viel Navi hingefahren schließlich kennen wir ja schließlich schon alles vom letzten Jahr und der Fahrt nach Korsika aber Pustekuchen… 30 Minuten später und etlichen Umrundungen des Parkplatzes haben wir es endlich geschafft und konnten bei noch mindestens 33 Grad um 11 Uhr Nachts auf die Fähre warten. Wie zu erwarten war, fuhr die Fähre auch eine Stunde später los aber das haben wir dank wenig Schlaf kaum mitbekommen weil wir so sofort auf Deck eingeschlafen sind. Aufgewacht sind wir dann durch den starken Fahrtwind… aber wir sind ja geübte Aufdeckschlafer und so wurde der Schlafsack bis oben hin zugemacht und bis zur Ankunft in Olbia glücklich geschlafen. Angekommen ging es erstmal zum Campingplatz in San Theodore ( dieses Jahr gönnen wir uns mal was und gehen öfters auf Campingplätze.. obwohl bei den Preisen hier schon Glamping zu erwarten ist..) und von dort mit dem Fahrrad zu den Stränden in der Nähe… voller Hoffnung starteten wir, denn es gab ausnahmsweise Fahrradwege aber diese endeten kurz danach und so ging es mit den Autos gemeinsam auf die Uferstraße. Die Strände sind hier in der Gegend wunderschön und ab Nachmittags auch nicht mehr so überlaufen… nur das Wasser ist mit bestimmt 25 Grad nicht mehr sooo erfrischend 😂.